Jahrbuch für Internationale Germanistik

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ISSN / EISSN : 0449-5233 / 2235-1280
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Chiara Conterno
Jahrbuch für Internationale Germanistik, Volume 53, pp 139-146; https://doi.org/10.3726/ja531_139

Abstract:
Das Interesse an der Briefkultur ist in den letzten Jahrzehnten deutlich gestiegen, wie zahlreiche Publikationen über die Entwicklung der Gattung ,Brief‘ im Laufe der Jahrhunderte sowie über verschiedene Aspekte, Modalitäten und Potentialitäten des epistolaren Schreibens bestätigen.1 Unter den zahlreichen Arbeiten sei stellvertretend auf das grundlegende Handbuch Brief. Von der Frühen Neuzeit bis zur Gegenwart verwiesen, das soeben von Marie Isabel Matthews-Schlinzig, Jörg Schuster, Gesa Steinbrink und Jochen Strobel bei De Gruyter (Berlin) publiziert wurde.2 Als Ergebnis der durchgeführten Forschungen und der erschienenen Studien könnte resümiert werden, dass der Brief immer klarere Konturen gewinnt und in seiner spezifischen Medialität und historischen Relevanz genau in dem Moment erkennbar wird, in dem er in der Alltagskommunikation unserer globalisierten Welt durch technische und elektronische Medien teilweise ersetzt wird.3 Aber stimmt das wirklich oder gibt es noch ergiebige Schattenbereiche, die zu beleuchten wären? Versuchen wir im Folgenden, uns mit dieser Frage auseinanderzusetzen.
Francesca Bravi
Jahrbuch für Internationale Germanistik, Volume 53, pp 183-192; https://doi.org/10.3726/ja531_183

Abstract:
Auf dem Seil (Luchterhand 2019) ist das dritte Buch, das Terézia Mora über die Figur des IT-Spezialisten Darius Kopp verfasst. Der erste Band Der einzige Mann auf dem Kontinent (Luchterhand 2009) erschien vor 10 Jahren und für den zweiten Roman Das Ungeheuer (Luchterhand 2013) erhielt die Autorin 2013 den Deutschen Buchpreis.
Francesca Bravi
Jahrbuch für Internationale Germanistik, Volume 53, pp 203-212; https://doi.org/10.3726/ja531_203

Abstract:
Den Preis der Leipziger Buchmesse 2020 erhielt Lutz Seiler für seinen zweiten Roman Stern 111 (Suhrkamp 2020), der dem erfolgreichen Prosadebüt Kruso (Suhrkamp 2014) folgt.
Fan Zhang
Jahrbuch für Internationale Germanistik, Volume 53, pp 55-71; https://doi.org/10.3726/ja532_55

Abstract:
Die Verleihung des Nobelpreises ließ Herta Müller in China für eine kurze Zeit ins Rampenlicht treten. Nicht nur Übersetzungslizenzen wurden nach China verkauft, sondern eine Flut von Beiträgen der chinesischen Presse und Kritik würdigte die Preisträgerin und ihr Werk. Das Spektrum ihrer Untersuchungen umfasste innerhalb von elf Jahren politische Interpretation, ästhetische Analyse, apolitische thematische Forschung, interkulturelle Untersuchungen und komparative Analyse. Insbesondere in politischer Hinsicht wurde Müller aufgrund ihrer antikommunistischen Haltung anders wahrgenommen als in Deutschland, was der internationalen Rezeption einen größeren Facettenreichtum verlieh.
Akane Nishioka
Jahrbuch für Internationale Germanistik, Volume 53, pp 109-136; https://doi.org/10.3726/ja532_109

Abstract:
Der Expressionismus ist um 1913 durch Korrespondenzen aus Europa allmählich in Japan bekannt geworden. Darauf wurde diese gerade in deutschsprachigen Ländern entstandene, neue Kunstrichtung, parallel zum bunten Erblühen der anti-akademischen avantgardistischen Kunstbewegungen in den 20er Jahren der Taisho-Zeit (1912–1926) intensiv rezipiert, indem verschiedenartige Zeitungen und Zeitschriften nun ständig neue Artikel über den Expressionismus brachten. Im Gegensatz jedoch zur zeitgenössischen Futurismus-Rezeption, die sich, gefördert durch mehrere Gruppierungen fortschrittlicher Künstler um Kambara Tai (1898–1997) und um Hirato Renkichi (1894–1922), schließlich zur Gründung des Japanischen Futurismus [Nihon Miraiha] linear entwickelte, nahm die expressionistische Kunstrichtung in Japan niemals den Charakter einer solchen programmatischen Bewegung an1. Dazu war die begriffliche Definition des Expressionismus je nach der Betrachtungsweise der Interpreten sehr unterschiedlich: Während die einen ihn als eine künstlerische Schule oder einen bildnerischen Stil verstanden, hielten die anderen ihn für eine Art von Ideenkomplex und bei dritten galt er wiederum als eine Mode. Folglich konnten die Kritiker die ganze 20er Jahre hindurch über die künstlerische wie kulturelle Bedeutung des Expressionismus keine einheitliche Meinung bilden.2
Yūji Nawata
Jahrbuch für Internationale Germanistik, Volume 53, pp 91-107; https://doi.org/10.3726/ja532_91

Abstract:
Throughout earth’s history, organisms have used various sounds to communicate. Humans are no different. Language was born from the sounds that humans create orally as a means of communication. Humans also grew to use musical instruments; and in some regions, the use of instruments led to the development of acoustic science from an early date. Europe and East Asia represent the clearest examples of this phenomenon. As we look back at the history of acoustic culture in the world, the 1870s to 1900s was the period that saw the introduction of such methods of acoustic preservation, reproduction, and propagation in Europe and USA. The telephone, phonograph, and radio stand out as especially prominent. From then, it became possible to preserve, reproduce, and propagate manmade songs and music that had been passed down in various regions of the world through oral tradition, or that had been preserved only through musical scores; even sounds that were not manmade, such as animal calls, could be recorded. Today, the role of preserving, reproducing, and propagating sounds has been adopted by computers, and we can enjoy sounds from around the world through the medium of the internet.
Markus Eberharter
Jahrbuch für Internationale Germanistik, Volume 53, pp 139-157; https://doi.org/10.3726/ja532_139

Abstract:
In der Regel wird in jenen Arbeiten, die sich mit der Rezeption literarischer Phänomene in einer anderen Kultur sowie mit Fragen von Einfluss oder Wirkung beschäftigen, ein positives Verständnis der jeweiligen Literaturbeziehungen vorausgesetzt. Es geht dabei um eine prinzipielle Offenheit dem Anderen gegenüber, das Fremde gilt als Bereicherung des Eigenen und die Beziehungen insgesamt gestalten sich als ein produktives Nehmen und Geben sowie als ein fruchtbarer Austausch zwischen den Literaturen, in Form einer wechselseitigen Beeinflussung. Häufig wird so verstandenen Literaturbeziehungen außerdem eine wichtige kulturpolitische Rolle zugeschrieben, wie z. B. von Eugeniusz Klin, der als Untertitel für sein Buch über die deutsch-polnischen Literaturbeziehungen die Formulierung ,,Bausteine der Verständigung von der Aufklärung bis zur Gegenwart“1 wählte. Demnach dürfe bei solchen Forschungen, wie er einleitend schreibt, nicht vergessen werden, ,,daß gerade in den deutsch-polnischen Beziehungen die humanistische Note besonders zur Geltung kommen muß, damit die komparatistischen Traditionen die Koexistenz und Zusammenarbeit der Nationen […] zu fördern und zu vertiefen vermögen.“2 Eine so verstandene Komparatistik, die die Literaturen beider Länder als völlig gleichberechtigt betrachte, sei der Garant dafür, die konstruktiven Ziele der Völkerverständigung zu erreichen, meint Klin.3
Chunjie Lin
Jahrbuch für Internationale Germanistik, Volume 53, pp 73-87; https://doi.org/10.3726/ja532_73

Abstract:
Seit der Neuzeit hat China im Rahmen seines Austauschs mit europäischen Ländern die Übersetzungen der Staatsamen dieser Länder erstellt. Diese chinesische Übersetzung des deutschen Staatsnamens (Deutschland/Germany) wurde als ,,Deyizhi Guo“ (kurz ,,De Guo“ ) bezeichnet.
Rotraut Fischer
Jahrbuch für Internationale Germanistik, Volume 53, pp 161-176; https://doi.org/10.3726/ja532_161

Abstract:
Marburg a. d. Lahn gilt landläufig als romantisches Städtchen. Wer sich ihm nähert, sieht vor sich die Altstadt wie ein Spielzeugland aus sich übereinander türmenden schmalen Häusern, deren krönenden Abschluss das Schloss bildet. Rechts unten ragen die strengen Türme der gotischen Elisabethkirche empor. Deren große Zeit als Ziel der Pilgerfahrt zum Grab ihrer Patronin endete mit der Reformation, die in dieser Hinsicht ein Marketingfehler war; denn fortan war Marburg eine enge, krumme Stadt, an deren vielbesprochener Armseligkeit auch die vom protestantischen Landesherrn gegründete Universität wenig änderte. Dennoch sprechen sowohl heutige Touristikmanager als auch Wissenschaftler von einer ,,Marburger Romantik“. Was aber verbindet die Vermarkter einer kleinen Stadt mit dem wissenschaftlichen Diskurs über eine Personenkonstellation der Goethe-Zeit?
Ruoyu Zhang
Jahrbuch für Internationale Germanistik, Volume 53, pp 33-53; https://doi.org/10.3726/ja532_33

Abstract:
1942 führte der jüdische Exiljournalist Kurt Schönstein2 unter seinen Landsleuten, die vorwiegend von 1938 bis 1941 vor dem ,,planmäßigen Antisemitismus“3 Hitlers nach Shanghai geflohen waren, an jenem Zufluchtsort eine Umfrage über den für sie wünschenswerten weiteren Lebensweg durch. Auf dem Fragebogen standen drei Möglichkeiten: ,,a) Als Kosmopolit leben. b) Einen neuen Assimilationsversuch machen. c) Die Errichtung eines Judenstaates in Palästina.“4 In Shanghai Jewish Chronicle5 erschien bald das Umfrageergebnis:
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