WSI-Mitteilungen

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ISSN : 0342-300X
Published by: Berliner Wissenschafts-Verlag (10.5771)
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Latest articles in this journal

Markus Hertwig, Oliver Thünken, Sissy Morgenroth, Alrun Fischer
Published: 1 January 2021
WSI-Mitteilungen, Volume 74, pp 106-115; https://doi.org/10.5771/0342-300x-2021-2-106

Abstract:
Der Beitrag untersucht, wie Arbeitgeber die Arbeit von Betriebsräten und Gewerkschaften behindern und mit welchen Strategien und Praktiken die Beschäftigtenseite reagiert. Auf der Basis von 28 Fallstudien aus verschiedenen Branchen und insgesamt 85 Interviews mit Betriebsräten, Gewerkschaftssekretär*innen, Beschäftigen, Arbeitgebervertretern und Expert*innen werden insgesamt sechs zentrale Dimensionen des Abwehrkampfes gegen Union Busting und die Behinderung von Betriebsräten diskutiert. Die Analyse erfolgreicher und gescheiterter Abwehrkämpfe verweist auf eine Bandbreite unterschiedliche Verläufe der verschiedenen Beschäftigtenstrategien. Die Befunde zeigen, dass engagierte Akteure, der Rückhalt in der Belegschaft und eine strategische Vorgehensweise unter Einbezug mehrerer Akteure wie Gewerkschaften und Netzwerke (NGOs) wichtige Erfolgsfaktoren sind.
Malte Lübker, Thorsten Schulten
Published: 1 January 2021
WSI-Mitteilungen, Volume 74, pp 127-139; https://doi.org/10.5771/0342-300x-2021-2-127

Abstract:
Ende 2020 hat die Europäische Kommission einen ersten Entwurf für eine Richtlinie über angemessene Mindestlöhne vorgelegt. Ausgangspunkt ist die Überlegung, dass die Mindestlöhne in fast allen Mitgliedsstaaten unter der international üblichen Schwelle von 60 % des Medianlohns bzw. 50 % des Durchschnittslohns liegen und damit für ein menschenwürdiges Leben nicht ausreichen. Der diesjährige WSI-Mindestlohnbericht dokumentiert, dass zum Erreichen dieser Richtwerte in den meisten Ländern deutliche Anhebungen der Mindestlöhne notwendig sind. Auch wenn das Wachstum der Mindestlöhne in der EU in diesem Jahr – bedingt durch die Corona-Pandemie – mit nur 3,1 % (nominal) bzw. 1,6 % (real) deutlich geringer ausfällt als in den Vorjahren, so zeigen internationale Erfahrungswerte, dass Mindestlohnsteigerungen in der erforderlichen Größenordnung mittelfristig ein realistisches Ziel sind. Von einer entsprechenden Anhebung der Mindestlöhne würden in der EU 25,3 Mio. Beschäftigten profitieren, davon 6,8 Mio. in Deutschland. Die Initiative der Europäischen Kommission verdeutlicht damit auch den politischen Handlungsbedarf in Deutschland, wo 60 % des Medianlohns einem Mindestlohn von ca. 12 € entsprechen.
Published: 1 January 2021
WSI-Mitteilungen, Volume 74, pp 85-85; https://doi.org/10.5771/0342-300x-2021-2-85

Abstract:
Die WSI-Mitteilungen sind eine wissenschaftliche Fachzeitschrift mit politik- und praxisorientierter Ausrichtung. Sie informieren über neue wissenschaftliche Erkenntnisse im Themenspektrum »Arbeit - Wirtschaft - Soziales«. Die Zeitschrift ist 1948 erstmals erschienen. Die Zeitschrift fördert den interdisziplinären Austausch und versteht sich als Wissens- und Argumentationsquelle für Akteure aus Arbeitswelt, Wirtschaft und politischer Praxis. Ihr Ziel ist, komplexes Wissen strukturiert und sprachlich ansprechend zu vermitteln. Ein professionelles Begutachtungsverfahren garantiert die Standards wissenschaftlicher Abhandlungen. Kurzauswertungen, Kommentare und Praxisbeiträge reflektieren aktuelle gesellschaftspolitische Probleme und diskutieren Lösungsvorschläge.
Boy Lüthje
Published: 1 January 2021
WSI-Mitteilungen, Volume 74, pp 37-43; https://doi.org/10.5771/0342-300x-2021-1-37

Abstract:
Der Beitrag untersucht die Digitalisierung der industriellen Fertigung in China aus der Perspektive gesellschaftlich geformter technologischer Transformation. Er vollzieht am Beispiel der Fertigung für den E-Commerce die simultanen Veränderungen von Technologien, Wertschöpfungsketten und Arbeit nach. Dazu wird zunächst der Bezug zur aktuellen internationalen Diskussion zur Digitalisierung der Produktion hergestellt. Sodann umreißt der Autor die Strategien der Automation unter dem Programm „Made in China 2025“ im Bereich klassischer Industrieproduktion und untersucht am Beispiel von Chinas größter Online-Handelsfirma, Taobao, die Funktionsweise neuer E-commerce-basierter Fertigungsplattformen und deren Auswirkungen auf Produktion und Arbeit. Abschließend arbeitet er einige industrie- und arbeitspolitische Implikationen heraus.
Frank Hoffer
Published: 1 January 2021
WSI-Mitteilungen, Volume 74, pp 61-65; https://doi.org/10.5771/0342-300x-2021-1-61

Abstract:
Die WSI-Mitteilungen sind eine wissenschaftliche Fachzeitschrift mit politik- und praxisorientierter Ausrichtung. Sie informieren über neue wissenschaftliche Erkenntnisse im Themenspektrum »Arbeit - Wirtschaft - Soziales«. Die Zeitschrift ist 1948 erstmals erschienen. Die Zeitschrift fördert den interdisziplinären Austausch und versteht sich als Wissens- und Argumentationsquelle für Akteure aus Arbeitswelt, Wirtschaft und politischer Praxis. Ihr Ziel ist, komplexes Wissen strukturiert und sprachlich ansprechend zu vermitteln. Ein professionelles Begutachtungsverfahren garantiert die Standards wissenschaftlicher Abhandlungen. Kurzauswertungen, Kommentare und Praxisbeiträge reflektieren aktuelle gesellschaftspolitische Probleme und diskutieren Lösungsvorschläge.
Published: 1 January 2021
WSI-Mitteilungen, Volume 74, pp 84-84; https://doi.org/10.5771/0342-300x-2021-1-84

Abstract:
Die WSI-Mitteilungen sind eine wissenschaftliche Fachzeitschrift mit politik- und praxisorientierter Ausrichtung. Sie informieren über neue wissenschaftliche Erkenntnisse im Themenspektrum »Arbeit - Wirtschaft - Soziales«. Die Zeitschrift ist 1948 erstmals erschienen. Die Zeitschrift fördert den interdisziplinären Austausch und versteht sich als Wissens- und Argumentationsquelle für Akteure aus Arbeitswelt, Wirtschaft und politischer Praxis. Ihr Ziel ist, komplexes Wissen strukturiert und sprachlich ansprechend zu vermitteln. Ein professionelles Begutachtungsverfahren garantiert die Standards wissenschaftlicher Abhandlungen. Kurzauswertungen, Kommentare und Praxisbeiträge reflektieren aktuelle gesellschaftspolitische Probleme und diskutieren Lösungsvorschläge.
Christina Teipen, Fabian Mehl
Published: 1 January 2021
WSI-Mitteilungen, Volume 74, pp 12-19; https://doi.org/10.5771/0342-300x-2021-1-12

Abstract:
Die Diskussion über die Auswirkungen der Integration in globale Wertschöpfungsketten für Beschäftigte im Globalen Süden changiert zwischen dem Verweis auf positive Beschäftigungseffekte einerseits und auf Niedriglöhne sowie Verletzungen von Arbeitsstandards andererseits. Basierend auf Analysen in vier Branchen sowie sechs Schwellen- und Entwicklungsländern werden die Bedingungen für soziales Upgrading vergleichend in den Blick genommen. Dabei konzentriert sich der Beitrag insbesondere auf den Einfluss unterschiedlicher nationaler Systeme industrieller Beziehungen. Es zeigt sich, dass wirtschaftliches Upgrading allein (wie im Fall Chinas) nur begrenzt soziales Upgrading bewirkt, sofern dies nicht mit unabhängigen kollektiven Interessenvertretungen einhergeht. In Ländern mit starken demokratischen Gewerkschaften konnten hingegen auf Branchenebene substanzielle Verhandlungserfolge erzielt werden. Soziales Downgrading muss man allerdings dort diagnostizieren, wo – wie in der vietnamesischen und indischen Bekleidungsbranche – weder wirtschaftliches Upgrading erzielt noch anerkannte gewerkschaftliche Vertretungsstrukturen etabliert werden konnten.
Christoph Scherrer, Ismail Doga Karatepe
Published: 1 January 2021
WSI-Mitteilungen, Volume 74, pp 44-52; https://doi.org/10.5771/0342-300x-2021-1-44

Abstract:
Der Beitrag unterstreicht die Bedeutung des kollektiven Handelns und die Rolle des Staates bei der Verbesserung der sozialen und wirtschaftlichen Bedingungen von Landarbeitern und Kleinbauern. Die Autoren argumentieren, dass wirtschaftliche Aufwertung nicht automatisch zu sozialer Aufwertung für Arbeiter und Kleinproduzenten führt, und sie untersuchen die Bedingungen, die einer sozialen Aufwertung förderlich sind. Die asymmetrischen Machtverhältnisse zwischen den Akteuren in der landwirtschaftlichen Wertschöpfungskette errichten Barrieren, die die soziale Aufwertung von Kleinbauern und Landarbeitern behindern. Durch kollektive Aktionen der gegenwärtig in den landwirtschaftlichen Wertschöpfungsketten Unterprivilegierten und durch die Bemühungen der Staaten können diese Barrieren abgebaut werden. Ausgehend von keynesianischer Entwicklungstheorie, Arbeitsmarkttheorien und dem Machtressourcenansatz dokumentiert der Beitrag drei erfolgreiche Beispiele aus Pakistan und Brasilien, wo kollektives Handeln und staatliches Engagement Barrieren gegen die Aufwertung teilweise abgebaut haben.
Bernd Lange, Tim Peter
Published: 1 January 2021
WSI-Mitteilungen, Volume 74, pp 73-75; https://doi.org/10.5771/0342-300x-2021-1-73

Abstract:
Die WSI-Mitteilungen sind eine wissenschaftliche Fachzeitschrift mit politik- und praxisorientierter Ausrichtung. Sie informieren über neue wissenschaftliche Erkenntnisse im Themenspektrum »Arbeit - Wirtschaft - Soziales«. Die Zeitschrift ist 1948 erstmals erschienen. Die Zeitschrift fördert den interdisziplinären Austausch und versteht sich als Wissens- und Argumentationsquelle für Akteure aus Arbeitswelt, Wirtschaft und politischer Praxis. Ihr Ziel ist, komplexes Wissen strukturiert und sprachlich ansprechend zu vermitteln. Ein professionelles Begutachtungsverfahren garantiert die Standards wissenschaftlicher Abhandlungen. Kurzauswertungen, Kommentare und Praxisbeiträge reflektieren aktuelle gesellschaftspolitische Probleme und diskutieren Lösungsvorschläge.
Mark Anner
Published: 1 January 2021
WSI-Mitteilungen, Volume 74, pp 28-36; https://doi.org/10.5771/0342-300x-2021-1-28

Abstract:
Machtungleichgewichte in den globalen Wertschöpfungsketten (GWK) werden mit Niedriglöhnen, langen Arbeitszeiten und Verletzungen der Koalitionsfreiheit in Verbindung gebracht. Weniger gut ist untersucht, wie sich die Machtungleichgewichte in den GWK auf die Arbeitsintensität sowie auf Gewalt und Belästigungen am Arbeitsplatz auswirken. Dieser Beitrag versucht diese Lücke durch Umfragen in der indischen Textilexportindustrie zu schließen. Den Befunden zufolge berichten 64 % der Arbeiter*innen, sie hätten bereits verbale Übergriffe erlebt, in den meisten Fällen, weil sie vom Management aufgezwungene Produktionsziele nicht erfüllt hatten. Lösungsansätze für solche Probleme setzen eine Ratifikation der ILO-Konvention 190 und Veränderungen der länderspezifischen Vorschriften voraus. Außerdem müssen die Unternehmen an der Spitze der GWK ihre Einkaufspraktiken ändern, wenn diese zur Gewalt am Arbeitsplatz beitragen, und sich in ihren Wertschöpfungsketten auf bindende Abkommen einlassen, durch die Gewalt und Belästigung am Arbeitsplatz verhindert werden, wie es an dem neuen Abkommen aus Lesotho deutlich wird.
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